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  • Sucht und Abhängigkeitserkrankungen

    Sucht und Abhängigkeitserkrankungen

    Freitag 10.01.2020 15:00-20:00 Uhr

    Dr. med. Barbara Rogmans

    In diesem Seminar sollen grundlegende psychiatrische praxisrelevante Kenntnisse vermittelt werden zum Thema Suchterkrankungen. Was sind Kriterien der Sucht? Wie unterscheidet man Abhängigkeit von erhöhtem Konsum oder Missbrauch? Einteilung der Suchterkrankungen nach dem ICD 10. Ätiologie und Epidemiologie von Abhängigkeitserkrankungen. Wie motiviere ich zu einer Behandlung? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Umgang mit Suchtmittelkonsum während einer laufenden Psychotherapie?

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  • Sexualität bei emotional-instabilen Persönlichkeitsstörungen

    Sexualität bei emotional-instabilen Persönlichkeitsstörungen

    Samstag 11.01.2020 09:30-16:30 Uhr

    Dr. phil. Elmira Marks

    Im Seminar werden funktionale Aspekte der Sexualität bei emotional-instabilen Persönlichkeitsstörungen (Trauma, transgenerationale Perpetuierung, Affektabwehr etc.) behandelt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem sexuellen Agieren als Abwehrmechanismus. Zur Diskussion stehen dabei Probleme des Umgangs mit der Sexualität in der Therapie sowie Besonderheiten der Psychodynamik in der therapeutischen Beziehungsarbeit.

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  • Basiskurs Katathym Imaginative Traumtherapie (KIP)

    Basiskurs Katathym Imaginative Traumtherapie (KIP)

    Samstag 18.01.2020 09:30-16:30 Uhr / Sonntag 19.01.2020 09:30-16:30 Uhr / Samstag 21.03.2020 15:00-20:00 Uhr / Sonntag 22.03.2020 09:30-16:30 Uhr / Samstag 27.06.2020 09:30-16:30 Uhr / Sonntag 28.06.2020 09:30-16:30 Uhr

    Dipl.-Psych. et Theol. Eva-Maria Einig

    Basiskurs  Katathym Imaginative Traumtherapie (KIP) 

    Die Katathym Imaginative Psychotherapie ist eine tiefenpsychologisch fundierte, integrative Psychotherapiemethode. Kennzeichnendes therapeutisches Element sind dialogisch begleitete Imaginationen, in denen sich symbolisch-bildhaft die Wünsche, Ängste, Konflikte, Abwehrstrukturen und Übertragungsangebote der Patienten darstellen. Das Verfahren eignet sich auch besonders für die therapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. KIP ist in der Richtlinien-Psychotherapie als Methode der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie TP anerkannt.

    Die AGKB hat ein Kompakt-Curriculum KIP entwickelt, das aus einem Grundkurs und einem Aufbaukurs KIP (bzw. KIP-KJ) besteht und, ergänzt durch Supervision und Selbsterfahrung, approbierte Psychotherapeuten zur Behandlung mit KIP qualifiziert. Der Grundkurs KIP wird 2020 in Form von vier Wochenendseminaren mit je 16 Unterrichtseinheiten (UE) angeboten, die inhaltlich aufeinander aufbauen. In einer Mischung aus Theorie, Übung und Selbsterfahrung werden die Grundlagen der KIP vermittelt. Voraussetzung zur Teilnahme ist die Approbation oder fortgeschrittene psychotherapeutische Weiterbildung. Der Abschluss wird mit einem Zertifikat der AGKB bestätigt. Aus- und Weiterbildungskandidaten des LPP erhalten die Möglichkeit, die theoretischen Stunden in Rücksprache mit Frau Graute für die theoretischen Stunden anrechnen zu lassen. Die Kosten für Ausbildungskandidaten/innen des LPPs sind vergünstigt und betragen 560€. Es stehen 12 Plätze für TeilnehmerINNen des LPPs zur Verfügung. Weitere Informationen zum Verfahren finden Sie unter: www.agkb.de

    Das Seminar wird in Kooperation mit dem IPD Düsseldorf abgehalten.

    Ort: LPP, Stellastr. 7a, 48317 Rinkerode

    Basiscurriculum KIP

    Termine: 18./19.01.2020 jeweils 9.30h bis 18.00h

    21./23.03.2020

    27./28.06.2020

    05./06.09.2020

    Jedes Modul enthält 16 Unterrichtseinheiten (64 UE):

    1.1 KIP: Ressourcenaktivierung und Stabilisierung

    Thematik: Ich-Stärkung und Stabilisierung, Herstellen einer tragfähigen therapeutischen Beziehung, das therapeutische Setting der KIP Theorie: Grundhaltung, Technik der Begleitung in der KIP, Symbolik

    Erfahren und Üben von Motiven zur Ressourcenförderung (z.B. Blume, Baum, Wiese, Bach, Quelle, Ort, an dem Sie sich wohl fühlen)

    1.2. KIP: Beziehung und Konflikt Thematik: Widerstand und Abwehr, Übertragung und Gegenübertragung, unbewusste Konflikte. Theorie: Beziehungsanalyse, induzierte Assoziationen, Symbolisierung von Widerstand, Abwehr und Angst in der KIP Erfahren und Üben von Motiven zur Förderung der Auseinandersetzung mit verinnerlichten Beziehungsaspekten (z.B. Haus, Berg, Waldrand, Baumgruppe, Tierfamilie) (s. auch Curriculum „Paartherapie mit KIP“)

    1.3. KIP: Regression Thematik: Regression im Dienste des Ich vs. maligne Regression, Imagination und Entwicklung, Imagination und Bindung. Theorie: Bindung und Entwicklung Erfahren und Üben von Motiven zum Umgang mit Regression und Progression (z.B. Baumgruppe, Tierfamilie, Begegnung mit Personen der Kindheit, Dyadenmotive z.B. Tier und sein Junges)

    1.4. KIP als Prozess Thematik: Integration von Motivwahl, Imagination, Übertragungs-Gegenübertragungsentwicklung, Nachgespräch, Malen, Nachbesprechung des Bildes im psychotherapeutischen Gesamtprozess. Theorie: Der psychotherapeutische Prozess in der KIP Erfahren und Üben von Motiven zum Durcharbeiten in der KIP (Reflexion, Vertiefung und Ergänzung der bisherigen Motive; Durcharbeiten in der KIP)

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  • Dokumentation, Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement

    Dokumentation, Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement

    Freitag 24.01.2020 15:00-20:00 Uhr

    Dipl.-Psych. Diana Stuckenbrock

    Das Seminar informiert über das Dokumentationswesen in der ambulanten Psychotherapie und die Richtlinien des Patientenrechtegesetzes. Zudem werden Methoden der Evaluation psychotherapeutischer Arbeit sowie der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements in der psychotherapeutischen Praxis vorgestellt.

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  • Psychodynamische Behandlung der Schizophrenie

    Psychodynamische Behandlung der Schizophrenie

    Samstag 25.01.2020 09:30-16:30 Uhr

    Dr. phil. Elmira Marks

    Im Seminar werden die Psychodynamik der Schizophrenie und das psychotische Selbst erläutert.  Unter anderem wird auf die Besonderheiten therapeutischer Arbeit mit schizophrenen Patienten eingegangen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Übertragungs-Gegenübertragungs-Beziehungen im direkten Kontakt mit den infantilen psychotischen Anteilen des Patienten.

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  • PV: Berufsrecht & Berufsethik

    PV: Berufsrecht & Berufsethik

    Freitag 31.01.2020 15:00-20:00 Uhr

    Prof. Dr. Corinna Grühn

    Dieses Seminar dient der  Prüfungsvorbereitung für den Bereich Berufsethik und Berufsrecht. Die in den vorhergehenden rechtlichen Seminaren erworbenen Kenntnisse werden wiederholt und vertieft. Themen werden entsprechend die rechtlichen Grundlagen für die Ausübung der Tätigkeit als psychologischer Psychotherapeut bzw. -therapeutin sein, die Organisationsstrukturen und das sozialtstaatliche System.  Methodisch wird im Plenum, in Kleingruppenarbeit bzw. Einzelarbeit  der Prüfungsgegenstand erschlossen.

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  • PV: VT für TP`ler

    PV: VT für TP`ler

    Prüfungsvorbereitung: Fragen Verhaltenstherapie beim IMPP

    Samstag 01.02.2020 09:30-16:30 Uhr

    Dipl.-Psych. Meike Schröder

    Im Seminar werden die Grundbegriffe und Konzepte der Verhaltenstherapie wiederholt sowie daraus resultierende Annahmen zur Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen dargestellt. Aus diesen ergeben sich auch die Ansatzpunkte der verhaltenstherapeutischen Therapieverfahren, welche im Seminar behandelt werden.

    Schwerpunkte werden dabei auf die bisher in den Prüfungen gefragten Inhalte und einen Überblick über die relevanten Begriffe gelegt. So soll es möglich werden, die Fragen zum verhaltenstherapeutischen Teil in der Prüfung zu verstehen und zutreffend zu beantworten. Wir werden es leider nicht schaffen, alle Inhalte in der Tiefe zu behandeln oder für unsere tägliche Praxis anwendbar zu machen. Ziel ist aber möglichst alle Fragen der TeilnehmerInnen zu klären und sicherheitsgebende Herangehensweisen für die Prüfung zu entwickeln.

    Nach einem Theorieblock werden daher auch an das IMPP angelehnte Prüfungsfragen bearbeitet und die Antworten im Anschluss ausführlich besprochen.

    Vorkenntnisse in Verhaltenstherapie sind hilfreich. Zur Prüfungsvorbereitung und bei Bedarf auch groben Orientierung vor dem Seminar empfiehlt sich zum Beispiel Das Repetitorium: Lehr- und Lernbuch für die schriftlichen Abschlussprüfungen zum Psychologischen Psychotherapeuten und zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten von Kandale & Rugenstein, DPV, 3. Auflage 2017.

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  • Somatoforme Schmerzstörungen unter psychodynamischen Aspekten und Zugrundlegung des Bio-Psycho-Sozialen Modells

    Somatoforme Schmerzstörungen unter psychodynamischen Aspekten und Zugrundlegung des Bio-Psycho-Sozialen Modells

    Freitag 14.02.2020 15:00-20:00 Uhr

    Dr. med. Lothar Neitzel

    Das Seminar befasst sich mit den Entstehungsbedingungen von chronischen Schmerzen, die im Wesentlichen psychogen bedingt sind, im Gegensatz zu organogen bedingten akuten Schmerzen. Eine frühe strukturelle Bindungsstörung, eine unsichere Bindung und eine frühe Bindungsdefizit-Traumatisierung macht Kinder „pain prome“, so dass sie geradezu dazu neigen, Schmerzen erleiden zu müssen, wie schon Adler 1996 es formulierte. Nach Resch 1999 wird ein wehleidiges Schmerzverhalten gleichsam von Kindesbeinen an eingeübt.

    Das führt zu neurobiologischen Veränderungen im Gehirn (im sogenannten Schmerzgedächtnis) und ist immer stressinduziert. Die Psychoneuroimmunologie, als neue, ganzheitlich ausgerichtete, psychodynamische Forschungsrichtung, befasst sich mit den komplexen Zusammenhängen zwischen biologischen, psychologischen und sozialen Variablen und wird damit immer mehr ein Modell für Richtigkeit des Bio-Psycho-Sozialen Ansatzes von Engel 1959.

    Schon Freud versuchte eine analytische Deutung der Somatisierung, nannte es dann Konversionsstörung oder Neurose, wenn ein seelischer Konflikt in körperliche, somatische Symptome, wie z.B. bei der Migräne, konvertiert wird. Es soll im Seminar bearbeitet werden, wie somatoforme Störungen psychodynamisch gedeutet werden können und wie sie ganzheitlich, also psychosomatisch, mit einem multimodalen Ansatz behandelt werden müssen.

     Fallbeispiele sind ausdrücklich gewünscht zur Frage: „Wozu brauche ich meinen Schmerz?“

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  • Das psychodynamische Erstgespräch

    Das psychodynamische Erstgespräch

    Freitag 21.02.2020 15:00-20:00 Uhr

    Dr. Christian Stock

    Im Erstgespräch treffen die Welt des Therapeuten und die Welt des Patienten aufeinander. Der eine ist Spiegel, der andere wird gespiegelt und weiß nicht, was auf ihn zukommt. Aber auch der Therapeut weiß trotz seiner Erfahrung nicht, welche Welt er diesmal betritt und wird immer wieder überrascht.  Der Patient erfährt sich selbst in der Reflektion, etwas, was er bis dahin noch nie gemacht hat. Geht er in die Regression. oder macht er dabei Fortschritte? Unweigerlich entsteht eine Bindung und eine Beziehung (oder auch nicht), die den Anspruch hat, „korrigierend“ zu sein und anders als bisherige Beziehungserfahrungen abzulaufen („szenischer Verlauf“). Manche Autoren sprechen sogar vom „Reparenting“. Und neben der verbalen Kontaktaufnahme passiert ganz viel auf der nonverbalen Ebene unter der Bewußtseinsschwelle (auch das muß der Therapeut im Auge behalten). Die Aufmerksamkeit des Patienten wird nach innen gelenkt, anders als sonst, wo sie eher nach aussen gerichtet ist. Der Therapeut muß sachliche Daten erheben („objektiv“), aber auch widersprüchliche und neurotische Verhaltensweisen („subjektiv“) bewußt machen, hinterfragen und verstehen. Er fungiert vielleicht als Hilfs-Ich, vielleicht muß er auch nur ordnen und sortieren. Es findet eine Art Tanz statt. Der Therapeut führt und wird geführt, er muß seine professionelle Rolle wahren und dennoch die Freiheit des Patienten respektieren. Letztendlich findet also ein Kontakt auf mehreren Ebenen statt mit offenem Ausgang.

    Im Erstinterview werden somit die Weichen gestellt für ein gutes Gelingen einer Therapie. Das Seminar will die verschiedenen Facetten beleuchten und ergründen, die sich dabei ergeben: Wie geschieht die Beziehungsgestaltung? Wie ist das Strukturniveau des Patienten auf den ersten Blick? Wie sind die Therapievoraussetzungen (günstig oder ungünstig)? Wie geht der Therapeut mit Widerständen um? Was wären „vernünftige“ und „unvernünftige“ Therapieziele und wo liegt orientierend der Konflikt des Patienten? Was ist überhaupt der Auftrag (explizit und implizit?) Wie schwer ist die Störung? Wie die Prognose? Wann wird konfrontiert, wann geklärt, wann gedeutet? Wie ist gutes Timing zu verstehen? Welche Fragen stellt man? Welche Fragen lässt man sich stellen? Welche Fragen stellt man nicht, oder erst später? Welche organischen und psychiatrischen Krankheiten müssen berücksichtigt werden? Welche Ressourcen hat der Patient (Psychosoziales Umfeld)? Wann lehne ich einen Fall ab? Wie mache ich die Behandlungsplanung?

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  • Diagnostik und Therapie der bipolaren Störung

    Diagnostik und Therapie der bipolaren Störung

    Freitag 28.02.202015:00-20:00 Uhr

    Dr. med. Barbara Rogmans

    In diesem Seminar sollen psychiatrische Kenntnisse vermittelt werden zur Symptomatik,  Diagnostik und Therapie der Bipolaren Störung. Hierbei geht es vor allem um praxisrelevantes Wissen für den psychotherapeutischen Alltag. Wie erkenne ich diese Erkrankung? Wie verläuft sie? Was kann ich tun, wenn ich den Verdacht auf eine Bipolare Störung habe? Welches therapeutische Vorgehen ist sinnvoll? Welche therapeutischen Möglichkeiten gibt es? Unterschiede in der stationären und ambulanten Behandlung?

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  • Paarkonflikte als Thema in Einzeltherapien

    Paarkonflikte als Thema in Einzeltherapien

    Samstag 29.02.2020 09:30-16:30 Uhr

    Dr. Ulrich Marquard

    In diesem Seminar sollen die besonderen Aspekte von Paarkonflikten und Paarthemen im Rahmen von Einzeltherapien bis hin zu therapeutischen Interventionen beleuchtet und praxisnah vermittelt werden. Ausgehend vom einzeltherapeutischen Setting, in dem es sehr häufig um Beziehungskonflikte in der Paarbeziehung geht, soll zunächst die theoretische Grundlage von  Paardynamiken auf dem Boden des Kollusionskonzeptes von Jürg Willi dargestellt werden.  Im Seminar  soll es um folgende Fragen gehen:

    Was bedeutet die jeweilige Grundstruktur/der jeweilige Grundkonflikt des Patienten für die Paarbeziehung, mit welchen typischen Themen und Konflikten bin ich als Therapeut konfrontiert?

    Ist es sinnvoll und möglich, den Partner in die Einzeltherapie einzubeziehen, wann ist eine externe Paartherapie indiziert? Wann ist eine Paartherapie einer Einzeltherapie vorzuziehen?

    Welche typischen Themen und Fallstricke begegnen mir bei Paarkonflikten (z.B. permanente Streitigkeiten und Machtkämpfe, Sprachlosigkeit, Affären, sexuelle Störungen, Trennung?)

    Welche Interventionsmöglichkeiten sind hilfreich?

    Das Seminar soll auch Raum für eigene Beiträge und Fragen der TeilnehmerInnen geben.  Fallvignetten der TeilnehmerInnen und die Bereitschaft zu Rollenspielen stellen eine wichtige Voraussetzung für eine praxisnahe Vermittlung der Inhalte dar.

    Zur Person:

    Dr. Ulrich Marquard, geb. 1962, verheiratet, drei Kinder

    Nach der Ausbildung zum Krankenpfleger Studium der Psychologie, Promotion im Bereich der Psychosomatik, abgeschlossene Ausbildungen in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie, Gesprächspsychotherapie und Paartherapie.
    Langjährige berufliche Tätigkeit in einem Allgemeinkrankenhaus, einer Eheberatungsstelle, einer psychiatrischen Klinik, einer Jugendhilfeeinrichtung sowie im ambulanten psychotherapeutischen Bereich.

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  • Diagnostik und Therapie dissoziativer Bewusstseinsstörungen

    Diagnostik und Therapie dissoziativer Bewusstseinsstörungen

    Montag 02.03.2020 09:30-16:30 Uhr

    Dr. med. Georg Driesch

    Dissoziation, Bewusstseinsspaltung, Hysterie, Trance, Hypnoid, Traum und andere Begriffe mehr beschäftigten die Menschen schon immer. In der Psychiatriegeschichte begann die wissenschaftliche Untersuchung der dissoziativen Bewusstseinsstörungen in Frankreich im 19. Jahrhundert (Pierre Janet 1859-1947). Seit der Einführung des DSM-III (1980) werden dissoziative Phänomene aus unterschiedlichen Blickwinkeln neu untersucht und als Abwehrmechanismus, als Konversionsstörung, als Traumafolgestörung etc. verstanden.

    Im Seminar werden die dissoziativen Störungen klinisch beschrieben, ätiologische Konzepte vorgestellt und die psychodynamische Psychotherapie zusammenfassend dargestellt. Das Seminar richtet sich an Anfänger und Fortgeschrittene.

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  • Trieb- und Konfliktpsychologie

    Trieb- und Konfliktpsychologie

    Mittwoch 04.03.2020 09:30-16:30 Uhr

    Dr. med. Georg Driesch

    Nach Sigmund Freud könnte man sagen: „Im Anfang war der Trieb…“ Gilt das heute noch? Welche Rolle spielen Triebe, Triebbewältigung, Triebabwehr und innere Konflikte heute in der Ätiologie und Therapie psychischer Störungen? In diesem Seminar lernen Sie die klassische Trieb- und Konfliktpsychologie theoretisch kennen und hoffentlich ihre praktisch Relevanz für die TP-Psychotherapie schätzen.

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  • Supportive psychodynamische Psychotherapie

    Supportive psychodynamische Psychotherapie

    Donnerstag 05.03.2020 09:30-16:30 Uhr

    Dr. med. Gerhard Paar

    Supportive  Psychotherapie (SUP) galt lange als kleine, minder angesehene Schwester der großen Psychoanalyse (PAT). Vorgesehen eher im psychiatrischen  Behandlungsraum für Patienten mit komplexeren Problemen, bei denen „aufdeckende“ Behandlung  gar kontraindiziert zu sein schien. Sie wurde meist in negativer Hinsicht von konfliktaufdeckenden oder einsichtsorientierten Verfahren, speziell dem psychoanalytischen Standardverfahren, abgegrenzt. Historisch zieht sich durch die Begriffsgeschichte von PAT u Psychodynamischer Psychotherapie (PPT) ein Abgrenzungskonflikt zur SUP, der immer wieder aufbrach, hier exemplarisch dargestellt in einem Klärungsversuch 1954.

    Wöller, Kruse und Alberti (1996) haben später in einem anderen Kontext eine bemerkenswerte These vorgelegt: Psychodynamische supportive Therapie sei die Antwort der Psychoanalyse auf die Verhaltenstherapie (ahistorisch formuliert). Viele Kritikpunkte der VT an PAT würden in SUP beantwortet und gelöst.

    SUP bietet eine Theorie mit eigenständigem Konzept, Regeln und Techniken, statt unspezifischem (nicht-) Zugang. Sie ist psychodynamisch eingebettet, statt a-theoretisch, bietet eine neue Art über PT nachzudenken, enthält „Weisheit“ erfahrener Psychotherapeuten und ist im Rahmen von KZT gut erforscht. Sie enthält die „common features“ aller Psychotherapien.

    Mit den füher bestehenden abwertenden Urteilen zur SUP wurde in den Ergebnissen der „Menniger Study“ gründlich aufgeräumt (finale Ergebnisse in „Bulletin of the Menniger Clinic“ 1972, Wallerstein 1986):

    • Veränderungen ließen sich eher über SUP erreichen als über expressive psychodynamische Psychotherapie (EPP), gleichermaßen strukturelle Veränderungen
    • Veränderung bei Symptomen, Lebensstil, Persönlichkeit konnten auch über SUP erreicht werden
    • SUP erreichte mehr als vorher erwartet worden war
    • EPP erbrachte oft weniger Benefit als vorher erwartet worden war
    • Im Behandlungsverlauf wurden oft expressive Therapieelemente (PAT, EPP) durch SUP-Element modifiziert, die erheblich zum Behandlungsfortschritt beitrugen.

    Wallerstein (1990) sieht SUP als „psychoedukative Maßnahme“ (?) i. S. der Erziehung des Patienten zu realitätsgerechter orientierter Problemlösung aufgrund einer aufgebauten Ich-Stärke, die in der Identifizierung mit dem Arzt in der Rolle des Helfers und Heilers entstand. Ziel ist, den Patienten in ein emotionales Gleichgewicht so rasch wie möglich zu bringen. Längerfristig sollen Symptombesserung, Stärkung von Ich-Funktionen, Anhebung des Niveaus der Realitätsanpassung bei Verbesserung des Selbstwertgefühls erreicht werden.

    In Theorie & Praxeologie ist die psychodynamische Behandlungstechnik in einem „expressiv-supportiven“ Behandlungskontinuum angekommen.  Dies wird am Konzept der „hilfreichen Beziehung“ dargestellt (L.Luborsky 1988). Für SUP liegen eigenständige Indikationen & Kontraindikationen vor.

    Grundsätze der SUP ergeben sich in der Realpräsenz des Therapeuten, der Vermeidung von Regressionsförderung, bei grundsätzlicher Pflege einer positiv gefärbten Übertragung, sowie der besonderen Beachtung der Gefahr des Agierens in der Gegenübertrag und Förderung einer adaptiven Abwehr. In den Behandlungsprinzipien wurden besondere  Interventionen zur direkten und indirekten Ich-Stützung ausgearbeitet.

    Ausführlich wird auf das vorliegende Behandlungsmanual „Psychodynamic Psychotherapy. A Clinical Manual“. Chichester: Wiley-Blackwell von den Psychoanalytikerinnen Cabaniss, Cherry, Douglas und Schwartz (2011) eingegangen. Sie haben in einzigartiger, kluger, didaktischer Form die Besonderheiten supportiver und expressiver Zugänge zum Patienten untersucht und an charakteristischen Interventionen erläutert.

    Wie immer sind klinischen Vignetten willkommen.

    Literatur:

    Cabaniss, Cherry, Douglas, Schwartz (2011) Psychodynamic Psychotherapy. A Clinical Manual. Chichester: Wiley-Blackwell. Das Manual lässt sich in einer PDF-Datei herunterladen!

    Luborsky (1984) Principles of Psychoanalytic Psychotherapy. A Manual for Supportive-Expressive Psychotherapy. New York: Basic Books

    Norcross (Ed.)(2011) Psychotherapy relationships that work. New York: Oxford

    Winston, Rosenthal, Pinker (2004) Introduction to Supportive Psychotherapy. Washington: Amer Psychiat Publ.

    Wöller, Kruse (Hrsg.)(2010) Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Basisbuch und Praxisleitfaden. Stuttgart: Schattauer, 3. Aufl., Kap. 30

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  • Neuropsychologie in der ambulanten Praxis

    Neuropsychologie in der ambulanten Praxis

    Freitag 06.03.2020 15:00-20:00 Uhr

    Dipl.-Psych. Gabriele Kroll

    Seit die neuropsychologische Therapie in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen worden ist, hat sich die Versorgung von Menschen mit erworbenen Schädigungen des Gehirns erheblich verbessert. Im Rahmen des Seminars sollen hierzu einige Informationen und Rahmenbedingungen für die ambulante Tätigkeit gegeben werden. 

    Das Seminar ist wie folgt gegliedert:

    • neuronale Korrelate und Neuropsychologie psychischer Störungen – ein Ausschnitt
    • häufig vorkommende neurologische Erkrankungen
    • neuropsychologische Leistungsstörungen
    • neuropsychologische diagnostische Verfahren
    • neuropsychologische therapeutische Ansätze

    Weitere therapeutische Aspekte wie z. B. die Arbeit mit Angehörigen, umfassende Begleitung des/der Betroffenen, Thema Fahrfähigkeit werden begleitend einfließen.

    Je nach Kenntnisstand der TeilnehmerInnen können manche Inhalte verkürzt und manche vertieft werden.

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  • Bindungstheorien

    Bindungstheorien

    Bindungstheorien und ihre Bedeutung für die Psychotherapie

    Samstag 07.03.2020 09:30-16:30 Uhr

    Dipl.-Psych. Julia Drever / Dipl.-Psych. Kerstin Friedrich

    Versteht man seelische Probleme als Folge einer (länger andauernden) nicht geglückten Interaktionserfahrung, kommt der Bindungstheorie eine besondere Bedeutung zu; wird doch in den ersten Lebensjahren die Fähigkeit zur Interaktion mit anderen Menschen wesentlich geprägt.

    In diesem Seminar sollen die unterschiedlichen kindlichen Bindungsstile vorgestellt werden, auch im Hinblick darauf, welche Entwicklungsmöglichkeiten im Erwachsenenalter bestehen.

    Es soll weiterhin ein Überblick über Zusammenhänge von Bindungstheorien und psychodynamischen Ansätzen gegeben und an praktischen Beispielen illustriert werden.

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  • Arbeit am Selbst

    Arbeit am Selbst

    Samstag 14.03.2018 09:30-16:30 Uhr

    Dipl.-Psych. Christiane Sanders

    Das Seminar soll das Verständnis für das Selbsterleben und die Selbstrepräsentanzen des Pat. erweitern. Durch die Lebensgeschichte hindurch verwandeln sich natürlich die Selbstaspekte. Sie werden nachhaltig durch die frühen Lebenserfahrungen geprägt, u.a. aus den Zuschreibungen der Bezugspersonen kreiert und bedingen das jeweilige Identitätsgefühl. Welche Ziele verfolgt werden und welchen Idealen nachgeeifert wird, ist vom Selbsterleben abhängig. Je mehr jemand weiß, was er braucht, umso mehr weiß er auch, wer er ist. Therapie kann als Begleitung in der Weise verstanden werden, dass das „Falsche Selbst“ und „Selbst-Verfehlungen“ identifiziert werden und eine Verwandlung hin zu vermehrter „Selbst-Wahrnehmung“, „Selbst-Findung“, höherem „Selbst-Wertgefühl“ und verstärkter „Selbst-Vertretung“ unterstützt wird. In diesem Zusammenhang möchte ich Funktionsmerkmale des Selbst nach Julius Kuhl vorstellen, der in Jahrzehnte langer Forschungsarbeit die Fähigkeiten des Selbst auch für den praktischen therapeutischen Zugriff verdeutlicht hat. Ich nenne hier beispielhaft die Körper- und Gefühlseinbindung, die Affektregulation und die Fähigkeit Gefühle innerer Sicherheit zu kreieren.

    Die Seminararbeit ist selbsterfahrungsorientiert. Zum Einsatz kommen konkrete Bilder und  Gegenstände aus der Symbolarbeit, mithilfe derer Selbstaspekte inszeniert werden können. Dies kann anhand von eigenen Themen geschehen, oder auch durch Fallbeispiele von Patienten erarbeitet werden. In Kleingruppen besteht die Möglichkeit eigene Erfahrungen zu machen, die Theorievermittlung ist eingebettet in den konkreten Prozess des Seminars. Geeignet ist das Seminar für tiefenpsychologisch orientierte Kollegen, die an einer praxisorientierten Seminararbeit interessiert sind.

    Literatur:

    Lutz Rosenberg: Wege zu den Quellen der Lebendigkeit, Lehrbuch der tiefenpsychologischen Psychotherapie, Kap. 27.

    Maria-Elisabeth und Gerhard Wollschläger: Der Schwan und die Spinne, Das konkret Symbol  Diagnostik und Psychotherapie

    Maja Storch, Julius Kuhl: Die Kraft aus dem Selbst, sieben „Psychogyms“ für das Unbewusste, Hogrefe  Verlagsgruppe

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  • Arbeit mit der Biographie

    Arbeit mit der Biographie

    Samstag 15.03.2020 09:30-16:30 Uhr

    Dipl.-Psych. Christiane Sanders

    Als tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapeuten ist uns das Verstehen eines Pat. aus seiner Biographie heraus unerlässlich. Im therapeutischen Kontext bekommen wir es mit einer Vielzahl von Geneserepräsentanzen zu tun, die auf die innere Wirklichkeit des Pat. hinweisen. Lebensgeschichte bedeutet immer auch Lerngeschichte. Altgelerntes wird auf neue Lebenssituationen  übertragen und dies bedingt zuweilen rigide, immer ähnlich ablaufende Reaktionsweisen, die zwar den alten Lernmustern entsprechen,  jedoch im Erwachsenenalter  inadäquat erscheinen und nach Veränderung  verlangen. Übertragungen geschehen in der Regel unfreiwillig und unbewusst. Das bewusste Erleben von neurotischen Re-Inszenierungen von früher nicht hinreichend gelösten Konflikten wirkt schon erlösend, besonders wenn ein Ressourcen orientiertes Vorgehen in der Therapie gewählt wird und der Pat. mehr mit seinen lösungsorientierten Kräften der Gegenwart vermehrt in Kontakt kommt. 

    Die Seminararbeit ist selbsterfahrungsorientiert.  Die Theorievermittlung geschieht anhand der Demonstrationen. Zum Einsatz kommen konkrete Bilder und  Gegenstände aus der Symbolarbeit, mithilfe derer biographische Lernerfahrungen inszeniert werden können.  Geeignet ist das Seminar für tiefenpsychologisch orientierte Kollegen,  die an einer praxisorientierten Seminararbeit interessiert sind.

    Literaturvorschläge:

    Lutz Rosenberg:

    Wege zu den Quellen der Lebendigkeit, Lehrbuch der tiefenpsychologischen Psychotherapie

    Maria-Elisabeth und Gerhard Wollschläger:

    Der Schwan und die Spinne, Das konkret Symbol in Diagnostik und Psychotherapie

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  • Diagnostik & Therapie von Angststörungen

    Diagnostik & Therapie von Angststörungen

    Freitag 27.03.2020 15:00-20:00 Uhr und Samstag 28.03.2020 09:30-16:30 Uhr

    Dr. med. Georg Driesch

    Ängste hat jeder Mensch, Ängste kennt jeder Mensch. Sie gehören zur „natürlichen Disposition des Menschen“ (Bowlby). Klinisch pathologisch relevant werden Ängste, die zu den häufigsten psychischen Erkrankungen zählen, wenn sie zu stark oder seltener, wenn sie zu schwach ausgeprägt sind. Im Seminar werden die aktuelle Klassifikation der Angststörungen (ICD-10) psychodynamische Angstmodelle und spezifische psychodynamische Therapiemöglichkeiten vorgestellt. Das Seminar richtet sich an Anfänger und Fortgeschrittene.

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  • Einführung in die mentalisierungsbasierte Psychotherapie

    Einführung in die mentalisierungsbasierte Psychotherapie

    Mentalisierungsbasierte PT

    Freitag 03.04.2020 15:00-20:00 Uhr und Samstag 04.04.2020 09:30-16:30 Uhr

    Dipl.-Psych. Daniel Wilhelm

    Im Rahmen einer tiefenpsychologischen (oder auch analytischen) Psychotherapie ist es
    notwendig, sich auf die Gruppe der strukturell eingeschränkten Patienten einzustellen.
    Um diesen gerecht zu werden, stehen uns aktuell drei Behandlungsverfahren zur
    Verfügung: die PIM (interaktionelle Methode), die TFT (übertragungsfokusierte Therapie)
    und die jüngste Entwicklung: die mentalisierungsbasierte Therapie. Um letztere soll es
    in diesem Seminar gehen. Die MBT unterscheidet sich in theoretischem Fokus und Praxis
    von den beiden anderen Verfahren und ihre Merkmale sollen daher im Kontrast einführend
    skizziert werden. Weiterhin soll ein grundlegendes Verständnis
    (Kontingenzdeckungsmechanismus/Markierungshypothese) der Theorie vermittelt
    werden, der Schwerpunkt liegt jedoch auf der spezifischen Interventionstechnik der MBT!
    Dies betrifft das „Markieren“, den Umgang mit dysfunktionalen Modi
    (Äquivalenzmodus, teleologischer Modus und „Als-ob-Modus“) sowie die Bearbeitung
    von Mentalisierungsbrüchen. Ebenso wird die Übertragungsbeziehung unterschiedlich
    gehandhabt und soll daher von uns betrachtet werden.
    Didaktisch sollen Theorieaneignung und Übung miteinander verschränkt werden. Die
    Rollenspiele dienen dem Zweck sich ein erstes Gespür für die Interventionstechnik zu
    erarbeiten. Daher werde ich Rollenbeschreibungen vorbereiten, die einen „Übungsraum“
    für das Probieren von mentalisierungsbasierten Interventionen herstellen sollen. Alternativ
    - und wenn passend - können vom TN eigene Fälle im Rollenspiel durchgearbeitet
    werden. Eine Bereitschaft zum Rollenspiel ist also notwendig.

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  • Intersubjektivität in der Psychoanalyse - von der Selbstphsychologie Henz Kohuts zu den analytischen Systemtheorien

    Intersubjektivität in der Psychoanalyse - von der Selbstphsychologie Henz Kohuts zu den analytischen Systemtheorien

    Freitag 03.04.2020 15:00-20:00 Uhr und Samstag 04.04.2020 09:30-16:30 Uhr

    Dipl.-Psych. Andreas Bachhofen

    Von der Selbstpsychologie Heinz Kohuts zu den analytischen Systemtheorien (Theorie intersubjektiver Systeme und psychoanalytische Komplexität).

    Der Begriff der Intersubjektivität taucht in den letzten Jahren immer häufiger im psychoanalytischen Diskurs auf. Dabei fällt auf, dass die Definition dessen, was mit „Intersubjektivität“ gemeint ist, oft recht unscharf ausfällt. Das Seminar befasst sich mit den Wurzeln intersubjektiver Ansätze, die vor allen Dingen, aber nicht zwingend auch verdientermaßen, mit dem Werk von Heinz Kohut in Zusammenhang gebracht werden. Von besonderem Interesse sind aber die neueren Weiterentwicklungen, die Autoren wie Robert Stolorow, Donna Orange, Bernhard Brandchaft, George Atwood oder Chris Jaenicke formuliert haben. Sie begreifen Intersubjektivität als Systeme, die von den am Therapieprozess beteiligten gebildet werden und die beiden Akteure auch verändern. Therapie wird sehr bestimmt als ein wechselseitiger Veränderungsprozess definiert, dem sich niemand entziehen kann. Neben den notwendigen theoretischen Hintergründen versucht das Seminar anhand ausführlicher Falldarstellungen einen erlebensnahen, lebendigen Eindruck von dem zu vermitteln, was analytische Systemtheorien ausmacht.

    Die Teilnehmer sind ausdrücklich eingeladen eigene Fallbeispiele einzubringen. Es bedarf dabei einer begrenzten Bereitschaft sich auch auf Selbsterfahrungsprozesse einzulassen.

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  • Körperpsychotherapie: Die Verkörperung der Grundkonflikte "Nähe" und "Bindung" - seelisch-körperliche Strukturen erleben und verstehen

    Körperpsychotherapie: Die Verkörperung der Grundkonflikte "Nähe" und "Bindung" - seelisch-körperliche Strukturen erleben und verstehen

    Samstag 18.04.2020 09:30-16:30 Uhr

    Dipl.-Psych. Corinna Bartling

    Welche körperlichen Empfindungen und Impulse, welche inneren Bilder, Gefühle oder Nicht-Gefühle und welche Bedeutungen für die Beziehung zu mir und zu anderen finden sich in den psychodynamischen Grundkonflikten?

    Mit Beginn unseres Lebens gehen wir seelisch-körperlich in Kontakt. Beziehung findet im und mit dem Körper statt und ihre Erfahrungen sowie deren Bewältigung/Kompensation finden sich in körperlichen Strukturen und seelisch-körperlichem Erleben oder Nicht-Erleben wieder.
    Um uns selbst und unsere Patient*innen im Fühlen und Handeln besser verstehen und Verständnis haben zu können, möchte ich mit Ihnen in körperbezogen-bioenergetischer Selbsterfahrung die möglichen Empfindungen, Impulse, Bilder, Gefühle und Bedeutungen der jeweiligen Grundkonflikte spürbar machen und Anregungen zu Lösungen der Spannung in Körper und Seele anbieten.

    In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit dem „Grundkonflikt der Nähe“ und dem „(depressiven) Grundkonflikt der Bindung“, deren Entsprechung sich in der Lehre der Bioenergetischen Analyse nach A. Lowen und ihrer modernen Weiterentwicklung in der schizoiden und der oralen Charakterstruktur wiederfindet.
    Eine Fortsetzung des Seminars findet am 30.05.2020 zu den Grundkonflikten „Autonomie“ und „Selbstwert“ statt.
    Für die Übungen bitte bequeme Kleidung tragen/mitbringen.

    Literaturanregungen:
    „Körperausdruck und Persönlichkeit“, Alexander Lowen MD, 1981 Goldmann-Verlag;
    „Das Labyrinth der 5 Charakterstrukturen“, Reinhold Dietrich, 1999 Verlag Dietrich;
    „Bend into shape“ Vincentia Schröter und Barbara Thomson, 2018 Psychosozial-Verlag
    „Sprache ohne Worte“ Peter A. Levine, 2010 Kösel-Verlag, S. 178ff;
    „Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik“ Gerd Rudolf, 2000 Thieme-Verlag;
    „Handbuch Psychotherapie-Antrag“ Ingo Jungclaussen, 2013 Schattauer-Verlag.
    Dipl.-Psych. Corinna Bartling
    Psychologische Psychotherapeutin - TP
    Bioenergetische Analyse CBT

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  • Ätiologie, Diagnostik und Therapieplanung in der TP, Teil I + II +III

    Ätiologie, Diagnostik und Therapieplanung in der TP, Teil I + II +III

    Freitag 01.05.2020 09:30-16:30 Uhr / Samstag 02.05.2020 09:30-16:30 Uhr / Samstag 09.05.2020 09:30-16:30 Uhr

    Dr. med. Georg Driesch

    Es ist ein Allgemeinplatz in der Medizin und Psychotherapie, dass die Diagnostik der Therapie vorangehen sollte. In der Richtlinienpsychotherapie sind hierfür die sogenannten 5 probatorischen Sitzungen vorgesehen. Aber was soll hier erfasst werden? Was ist für die anschließende Therapie relevant? Welche historischen Überlegungen gibt es hierzu und was ist der aktuelle Stand der psychodynamischen Diagnostik? Von S. Freuds (1913) „Zur Einleitung der Behandlung“ bis zu Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik (OPD, 2006) sollen unterschiedliche Theorien zur Diagnostik und Therapieplanung in der Psychotherapie vorgestellt werden. Das dreitätige Seminar sollte komplett besucht werden und wird den Einsteigern in die tiefenpsychologische Psychotherapie dringend empfohlen. Es eignet sich auch als Refresher-Kurs für Fortgeschrittene.

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  • Perversion

    Perversion

    Freitag 08.05.2020 15:00-20:00 Uhr

    Dr. Gerhard Paar

    Es gibt bestimmte Diagnosen, deren Kriterien sich auffällig schnell ändern, während andere bis auf Details konstant bleiben. Zu ersteren gehört die Perversion. Diese hat in der Begriffsgeschichte der Psychiatrie viele Wandlungen durchgemacht. Immer wieder wurde vergeblich definitorisch versucht, einen Grenzzaun zu ziehen. Das Kreative in der Perversion liegt in der proteushaften Gestalt und dem Überschreiten von Grenzen. Die klinischen Subtypen der Perversion wandeln sich ebenfalls, je nach gesellschaftlichem Kontext und historischer Entwicklung. Gehörte bis vor wenigen Jahrzehnten Homosexualität auch zu den Perversionen, hat der Mainstream in der Entwicklung zu größerer Toleranz mittlerweile einen homoerotischen Lebensstil akzeptiert und damit entfällt die Diagnose. Gerade wurde aus dem ICD-11 Katalog der WHO Transsexualismus raus- und Internet-Pornographie (zwanghaftes Sexualverhalten) aufgenommen.

    Die Frage bleibt, was heute als pervers anzunehmen ist. Dazu wird eine umgrenzte Definition vorgelegt, die (sexuelle) Gewalt gegen nicht-menschliche Objekte, Tiere, Erwachsene und Kinder in den Mittelpunkt stellt. Daraus resultiert, dass Männer und Frauen (sicher die kleinere Gruppe) sich gegen sich selbst und gegen den Partner pervers verhalten können. Perversion ist keine reine Männerstörung, so gibt es spezielle Formen der Perversion bei Frauen (siehe Estela V. Welldon). Im weiteren Verlauf des Seminars soll „das Perverse“ an Hand von Fantasien und Handlungen untersucht werden, bspw. an Balthus‘ Mädchenbildern. Gerade an Gemälden, Literatur, Film und Musik lässt sich besser verhandeln, was Menschen, ihre Gefühle und ihre Moral ausmacht. Die Behandlungstechnik bei perversen Problematiken wird an klinischen Vignetten untersucht. Perversion als klinische Behandlungsentität bleibt in der ambulanten Praxis ein verstecktes (seltenes?) Behandlungsfeld, die „Near-Perversions“ zeigen sich in allen Behandlungsfeldern.

    Das Mitbringen von Vignetten ist erwünscht.

    Literatur:

    Dimen, M., Goldner, V. (2012) Gender and Sexuality. In: G.G. Gabbard, B.L. Litowitz, P. Williams (eds.) Textbook of Psychoanalysis, 2nd.ed., Washington,DC, American Psychiatric Association, 133-152

    Fogel, G.J., Myers, W.A. (1991) Perversions and Near-Perversions in Clinical Practice. New Haven: Yale University Press

    Morgenthaler, F. (1984) Homosexualität, Heterosexualität, Perversion. Gießen: Psychosozial

    Reiche, R. (1997) Psychoanalytische Therapie sexueller Störungen. In: V. Sigusch (Hrsg.) Sexuelle Störungen und ihre Behandlung. Stuttgart: Thieme, 241-265

    Stoller, R.J. (1979) Perversion. Die erotische Form von Haß. Hamburg: Rowohlt

    Welldon, E.V. (2014) Perversionen der Frau. Gießen: Psychosozial

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  • Psychopharmakologie 1 - Antidepressiva / Psychopharmakologie 2- Neuroleptika

    Psychopharmakologie 1 - Antidepressiva / Psychopharmakologie 2- Neuroleptika

    Freitag 15.05.2020 15:00-20:00 Uhr und Samstag 16.05.2020 09:30-16:30 Uhr

    Dr. med. Barbara Rogmans

    Sie erhalten einen Überblick über die verschiedenen Antidepressiva und Neuroleptika. Wir besprechen ihre Klassifikation, ihre Wirkmechanismen, Grundlagen der Pharmakokinetik, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen. Welche Erkrankungen können mit Antidepressiva und Neuroleptika behandelt werden? Wonach wählt man ein Präparat aus? Wie dosiert man? Wie kombiniert man? Was tut man, wenn das Medikament nicht ausreichend wirkt? Ab wann sind Wirkungen und Nebenwirkungen zu erwarten? Welches Medikament ist für wen geeignet bzw. kontraindiziert? Wodurch unterscheiden sich die verschiedenen Substanzgruppen? Was kann man tun bei Nebenwirkungen?
     Es werden Kenntnisse vermittelt zu den verschiedenen Klassen der Antidepressiva mit ihren wichtigsten Vertretern und ihrem Einsatz in der Behandlung von Depressionen, Angststörungen, Schmerzstörungen und Schlafstörungen.
    Sie lernen Antipsychotika kennen in der Akutbehandlung und zur Rezidivprophylaxe der Schizophrenien. Daneben beschäftigen wir uns mit ihrem Einsatz bei akuten Manien, wahnhaften Depressionen, akuten Erregungszuständen, Unruhe, Schlafstörungen und bei anderen psychotischen Störungen.
    Was sind hochpotente und was sind niederpotente Neuroleptika? Was sind klassische, was atypische Neuroleptika? Wodurch unterscheiden sich diese Substanzen? Was sind die jeweiligen Besonderheiten? Welche Darreichungsform ist wann sinnvoll (Tabletten, Tropfen, Spritze, Depotmedikament). Was ist ein sinnvolles Nebenwirkungsmanagement?

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  • Körperpsychotherapie: Die Verkörperung der Grundkonflikte "Autonomie" und "Selbstwert" - seelisch-körperliche Strukturen erleben und verstehen

    Körperpsychotherapie: Die Verkörperung der Grundkonflikte "Autonomie" und "Selbstwert" - seelisch-körperliche Strukturen erleben und verstehen

    Samstag 30.05.2018 09:30-16:30 Uhr

    Dipl.-Psych. Corinna Bartling

    Welche körperlichen Empfindungen und Impulse, welche inneren Bilder, Gefühle oder Nicht-Gefühle und welche Bedeutungen für die Beziehung zu mir und zu anderen finden sich in den psychodynamischen Grundkonflikten?
    Mit Beginn unseres Lebens gehen wir seelisch-körperlich in Kontakt. Beziehung findet im und mit dem Körper statt und ihre Erfahrungen sowie deren Bewältigung/Kompensation finden sich in körperlichen Strukturen und seelisch-körperlichem Erleben oder Nicht-Erleben wieder.
    Um uns selbst und unsere Patient*innen im Fühlen und Handeln besser verstehen und Verständnis haben zu können, möchte ich mit Ihnen in körperbezogen-bioenergetischer Selbsterfahrung die möglichen Empfindungen, Impulse, Bilder, Gefühle und Bedeutungen der jeweiligen Grundkonflikte spürbar machen und Anregungen zu Lösungen der Spannung in Körper und Seele anbieten.
    In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit dem „Grundkonflikt der Autonomie“ und dem „Selbstwertkonflikt“, deren Entsprechung sich in der Lehre der Bioenergetischen Analyse nach A. Lowen und ihrer modernen Weiterentwicklung in der masochistischen, narzisstisch-psychopathischen und rigiden Charakterstruktur wiederfindet.

    Für die Übungen bitte bequeme Kleidung tragen/mitbringen.

    Literaturanregungen:

    „Körperausdruck und Persönlichkeit“, Alexander Lowen MD, 1981 Goldmann-Verlag;
    „Das Labyrinth der 5 Charakterstrukturen“, Reinhold Dietrich, 1999 Verlag Dietrich;
    „Bend into shape“ Vincentia Schröter und Barbara Thomson, 2018 Psychosozial-Verlag
    „Sprache ohne Worte“ Peter A. Levine, 2010 Kösel-Verlag, S. 178ff;
    „Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik“ Gerd Rudolf, 2000 Thieme-Verlag;
    „Handbuch Psychotherapie-Antrag“ Ingo Jungclaussen, 2013 Schattauer-Verlag.
    Dipl.-Psych. Corinna Bartling
    Psychologische Psychotherapeutin - TP
    Bioenergetische Analyse CBT

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  • Berufsrecht und Berufsethik

    Berufsrecht und Berufsethik

    Samstag 06.06.2020 10:30-15:30 Uhr

    Prof. Dr. jur. Corinna Grühn

    Einführung in die rechtlichen Grundlagen für psychologische PsychotherapeutInnen – insbesondere Berufsrecht und Berufsethik (Praxisseminar)

    Das Seminar befasst sich mit den berufsrechtlichen und berufsethischen Grundlagen für psychologische PsychotherapeutInnen. Es werden die berufsrechtlichen Regelungen zum Zugang und zur Ausübung des Berufs behandelt (insbesondere die Berufsordnung für psychologische Psychotherapeuten und die sich daraus ergebenen Rechtsfragen). Zudem werden berufsethische Fragen und die vier Prinzipien der Medizinethik erarbeitet.

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  • Neurobiologie der Psychotherapie/ Neuropsychoanalyse

    Neurobiologie der Psychotherapie/ Neuropsychoanalyse

    Samstag 13.06.2018 09:30-16:30 Uhr

    Dr. Gerhard Paar

    Die Beziehung zwischen Neurosciences und Psychoanalyse ist sehr wechselhaft gewesen. Sie beginnt mit der Frühgeschichte von Sigmund Freud, der umfangreiche neurobiologischen/ neuropharmakologischen Studien vorlegte. Über die folgenden Jahrzehnte ist die Beziehung zwischen der sich entwickelnden Psychoanalyse als Forschungs-/Behandlungsmethode und den Medizinischen/Psychologischen Wissenschaften beiderseits durchaus ambivalent gewesen. Das Körperliche im Seelischen u.u. verlagerte sich zunehmend in Randbezirke der Psychosomatik/Psychiatrie.

    Erst durch die Entwicklung neuerer neurobiologische Methoden mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung konnten biologische Konsequenzen psychotherapeutischer Interventionen unter kontrollierten Bedingungen abgebildet werden. Ein Link ist herstellbar zwischen spezifischen mentalen Funktionen u spezifischen Hirnfunktionen, wenn auch die bestehenden Konzepte sehr unterschiedlich sind. Allerdings wäre eine Schlussfolgerung, dass Psychotherapie u Pharmakotherapie zu ähnlichen Veränderungen führen, falsch, da gemeinsame u differente Gehirn-Veränderungen vorliegen können (siehe Zwangsstörung).

    Hier sollen beispielhaft drei Forscher gewürdigt werden. Zunächst Eric Kandel, der den Prozess des Lernens an der Aplysia mikrozellulär untersuchte und  Psychotherapie als einen Spezialfall  in der Biologie beschreibt. „Ultimately, all psychologic disturbances reflect specific alterations in neuronal and synaptic function. And insofar as psychotherapy works, it works by acting on brain functions, not on single synapses, but on synapses nevertheless” (Kandel 1979). Charakteristisch für Säugetiergehirne ist, dass sie sich in koordinierten Systemen mit anderen Gehirnen entwickeln. Myron Hofer (1996) zeigt im Tiermodell, wie spezifische maternale Faktoren spezifische kindliche Systeme regeln. So verknüpft ein spezies-spezifisches Trennungs- und Wiedervereinigungsverhalten das neuromodulatorische System des kindlichen Gehirns mit dem mütterlichen Verhalten. Jaap Panksepp beschreibt in seinem evolutionären Ansatz einer „Affective Neuroscience“ speziesübergreifend sieben basale Affekte, die er“ SEEKING, CARE, PLAY and LUST“ auf der positiven Seite und „FEAR, SADNESS, and ANGER“ als negative Affekte benennt. Das hierarchisch gegliederte bottom-up/top-down Modell operiert in jedem der emotionalen Systeme des Gehirns. Damit höher strukturierte tertiäre neocortikale MindBrain Funktionen operieren können, müssen sie sich integrieren mit sekundär-prozesshaftem Lernen über das limbische System u den primärprozesshaften „tiefen“ subcortikalen Affekten.

    Beide Hirnhälften ergeben nicht zusammen „eine Entität“. Beide Systeme prozessieren differente Typen von Information in sehr verschiedenen Wegen mit differenter Makrostruktur, Ultrastruktur, Physiologie, Biochemie und Verhaltenskontrolle. Linkes Gehirn bei Vertebraten: Kontrolle eingeübter Verhaltensmuster unter vertrauten Umständen; verbale, bewusste, rationale u serielle Informationsprozesse;  Kontrolle der Sprachaspekte der Emotion, positive Affekte, moderat intensive Affekte, Annäherungsaffekte (approach) wie Freude, Interesse, Ärger.  Rechtes Gehirn: primärer Sitz emotionalen Arousals, Prozessieren neuer Informationen; nonverbale, ubw., holistisches u subjektives Prozessieren; Kontrolle der somatischen Aspekte der Emotion, negative Affekte, hoch intensive Affekte, Rückzugsaffekte (withdrawal/avoidance) wie Traurigkeit, Distress, Ekel. Daraus lässt sich die besondere Bedeutung rechter Hirnfunktionen im psychotherapeutischen Prozessieren ableiten, wie sie Allan Schore vorgelegt hat.

    Mit den heutigen neurobiologischen Befunden stellt sich die Frage eines dynamischen Unbewussten anders neu. Prinzipiell sind alle Informationsprozesse ohne bw. Erfahrung möglich, allerdings ist Bewusstheit dabei von differentieller Natur (Chalmers 1996). Ubw. Prozesse laufen ca. 100mms vor bewusster Aufmerksamkeit. Niedrige Level von Prozessen (Motorreflexe, sensorische Aufmerksamkeit) können (implizit) unterhalb kognitiver Aufmerksamkeit operieren. Kontrovers bleibt die Frage nach ubw. Prozessen in höheren Bewusstheitsstufen (semantisch, inferentielle Prozesse). Dies wird exemplarisch bei Verdrängung und Dissoziation untersucht. Es bestehen unterschiedliche Stufen einer kognitiven-affektiven Awareness, die von der Arbeitsgruppe um Richard Lane (2000) dargestellt worden sind. Besondere Beachtung gilt dem Aktivieren von Problembewusstsein. Alle therapeutischen Ansätze legen größten Wert auf die unmittelbare Erfahrung, meinen aber, auf unterschiedlichen Wegen dahin zu gelangen. Nur das kann geändert werden, was unmittelbar prozessual im affektiven Arousal abläuft. Da Wahrnehmung im Gehirn nur eines genügenden Matches bedarf, können gegenwärtige Wahrnehmungen durch vorherige Erfahrungen beeinflusst werden. Dieser Prozess des Pattern-Matching hat besondere Bedeutung für die Psychoanalyse, insbesondere für die Übertragung. Aktiviert die gegenwärtige Beziehungssituation ein Muster, das vergleichbar ist einem abgelegten im Gedächtnis, können zwei verschiedene Situationen als die gleiche wahrgenommen werden. Dieser Wahrnehmungsprozess wird durch Schlüsselreize beeinflusst, die unseren gegenwärtigen Bedürfnissen entsprechen. Der Zustand vollständigen Bewusstsein, also des vollständigen Bewusstseins seiner selbst, ist ein selten auftretender Zustand, der drei Voraussetzungen hat: subliminale Information (nicht aufrufbare Informationen), vorbewusste Information (vorhanden, aber nicht abgerufen) und bewusste Information, aber nur dann wenn im Arbeitsprozess alle Zustände und Inhalte anderen Systemen zur Verfügung stehen. Bewusste und unbewusste Prozesse koexistieren und repräsentieren differente funktionale Zustände desselben neurobiologischen Substrates. Unbewusstes könnte neurale Netzwerke in relativ verschiedenen, voneinander isolierten modularen Zuständen darstellen. Bewusste Prozesse können dieselben Module einsetzen, erreichen diesen Zustand als globale Koordination weit verteilter neuraler Aktivität durch Synchronisation. So wird sich der psychotherapeutische Beziehungsprozess eher in impliziten Systemen abspielen, kommuniziert via Affektsprache aus Gedächtnisstrukturen, die emotionale Selbstregulation und Verhalten, bezogen auf Beziehungen regulieren. Dabei ist der Übergang in explizite Gedächtnisinhalte im Prozess des Durcharbeitens anzustreben, aber nicht immer zu erreichen. Eine einheitliche Wahrnehmung, dessen was war und was gerade im dynamischen Beziehungsprozess geschieht, gibt es vielleicht in „now moments“ (Daniel Stern 2004). In der Psychotherapie lassen sich gemeinsam erarbeitete narrative Wahrheiten erarbeiten. Die Chance liegt im Erleben von Gemeinsamkeit und Differenz.

    Lernprozesse führen über zwei fundamental getrennte Gedächtnissysteme explizit & implizit, mit unterschiedliche neuralen Strukturen u physiologischen Eigenschaften über den Lebenszyklus u im Kontext der Erinnerungsmodulation durch Psychotherapie

    Implizites Gedächtnis: Neurale Struktur, ausgehend von den Basalganglien, nicht abrufbar, aber zu beobachten durch Einfluss auf affektives Verhalten, bezogen auf frühe Bindungserfahrungen

    Explizites Gedächtnis: speichert Erfahrungen für späteres Abrufen über Temporallappen, besonders Hippocampus

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